Studienzeitmodelle

Hier möchte ich dir einen kleinen Einblick über die Vielzahl der Studienmodelle geben und von meinen Erfahrungen mit drei der Zeitmodelle berichten.

Rainer Sturm/pixelio.de

Es ist nicht ganz leicht zu entscheiden, welches Modell am besten zu einem passt. Persönliche Vorlieben in Bezug auf das Lernen oder das Zeitmanagement spielen eine ebenso große Rolle wie zum Beispiel die eigene finanzielle Situation. Für jedes Zeitmodell gibt es Für und Wieder und vielleicht ist für dich nicht das gleiche Modell so gut geeignet wie für mich. Nichtsdestotrotz du hast einige Möglichkeiten:

Vollzeitstudium

Ein Vollzeitstudium hat den klaren Vorteil, dass du dich zu 100% auf dein Studium konzentrieren kannst, wenn die finanzielle Versorgung gesichert ist. Da helfen BaföG, Studienkredite (z.B. der KfW-Studienkredit) oder Studentenjobs (z.B. als Nachhilfelehrer/in bei einem der führenden Nachhilfeinstitute). In meinem ersten Studiengang zur Biotechnologin in Emden hätte ich den Spagat zwischen Vollzeitjob und Studium sicher kaum hinbekommen, so wie ich es jetzt mache. Damals hat mir die Erfahrung gefehlt, ein Gefühl dafür, wieviel Zeit ich zum Lernen einplanen muss oder wie ich am besten mit dem Stress in Prüfungsphasen umgehen kann. Ich war mir Prüfungssituationen nicht mehr gewohnt.

Blockvorlesungen

Während meines Aufbaustudiums „Analytik und Spektroskopie“ in Leipzig hatte ich einwöchige Blockvorlesungen. Zweimal pro Semester bin ich nach Leipzig gereist, um dort die Ganztagsvorlesungen an der Universität Leipzig zu besuchen. Vorlesungen von 9.00 h bis 17.00 h waren erstmal ungewohnt und dadurch anstrengend. Es wird viel Wissen in geballter Form vermittelt und die folgenden Wochenenden dienten der Nacharbeitung.

Trotzdem habe ich mich immer wieder gefreut, die Kommilitonen zu sehen. Wir kamen aus allen Teilen Deutschlands zusammen. Auch in den Prüfungsvorbereitungsphasen haben wir uns sehr unterstützt. Und ein Tapetenwechsel ist ja auch mal schön. Die Zeit in Leipzig habe ich sehr genossen.

Teilzeitstudiengänge

Während meiner Recherchen für das derzeitige Studium bin ich über einen Studiengang der TU München gestolpert. Politics and Technology ist ein Teilzeitstudiengang mit sehr interessanten Inhalten. Die Vorlesungen finden am Nachmittag statt, so dass man am Vormittag seiner beruflichen Tätigkeit nachgehen kann. Für mich kam dieser Studiengang letztendlich nicht in Frage, da ich Vollzeit arbeite und nicht an den Nachmittagstreffen hätte teilnehmen können.

Ich denke, es ist ein sehr gutes Konzept für Menschen, die halbtags arbeiten, Familie zu versorgen haben oder für die Zeit des Studiums auf Nebenjobs zurückgreifen wollen.

Nebenberuflich studieren im Abendstudium

Ich bevorzuge eine nebenberufliche Ausbildung an einer privaten Hochschule. Die Vorlesungen an zwei Abenden in der Woche und an den Samstagen kosten natürlich Zeit und Kraft. Aber sie sind sehr spannend, sie puschen mich mit neuen Informationen und durch meine Arbeit habe ich den direkten Bezug in die Indrustrie. Ich kann jeden neuen Input direkt mit der „Realität“ abgleichen, neue Modelle ausprobieren und Ideen mit in das Arbeitsleben nehmen.

Außerdem mag ich den direkten Austausch mit Professoren und Kommilitonen. Wir sind ein kleiner Kurs von etwa zehn Personen. Ich kann während der Vorlesung Fragen stellen, wir testen viele Theorien an Fallbeispielen und Übungen. Und – und das sollte man nicht unterschätzen – die Kommilitonen helfen einander, sie motivieren einander, sie geben mir einen wirklichen und starken Rückhalt.

Onlinestudium

Feste Vorlesungszeiten sowie direkte Kontakte zu Professoren und Kommilitonen sind einige klare Vorteile des Abendstudiums gegenüber dem Onlinestudium. Das Onlinestudium kannst du dir aber freier gestalten. Du kannst lernen, wann du möchtest und wo du möchtest. Du musst nicht am Abend bis viertel nach neun die Schulbank drücken und kannst an sonnigen Samstagen die Lernphasen in den Englischen Garten verlegen. Wer Freiheit genießt braucht auch Disziplin. Die meisten Hochschulen bauen deshalb in ihre Semesterpläne feste Deadlines ein, bis wann Hausarbeiten eingereicht oder bestimmte Online-Module abgeschlossen sein müssen. Das hilft, die Struktur zu bewahren und sich besonders am Anfang zeitlich nicht zu verkalkulieren.

Noch ein guter Tipp

Wenn du weitere Informationen zur Auswahl eines geeigneten Modells benötigst, dann wende dich an die Studienberatung einer Universität in deiner Stadt oder in der Nähe. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Mitarbeiter sehr hilfsbereit sind und auch Tipps über die eigene Universität hinaus geben. In München kann ich dir sehr die Studienberatung der TU München empfehlen.

Ich hoffe dir schwirrt nicht der Kopf bei all den Möglichkeiten. Nur Mut…! Viele Hochschulen bieten Probevorlesungen an. Warum also nicht erstmal Student „probieren“?

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