Studieren während der Corona-Krise

Wie studiert man in Zeiten von Corona? Wie hoch sind die Einschränkungen? Welche Neuerungen ergeben sich, die uns das Studium sogar erleichtern?

Walter Bornmann / pixelio.de

Ich studiere nebenberuflich Technologie- und Innovationsmanagement an der FOM (Hochschule für Oekonomie & Management) in München und möchte dir heute einen ganz persönlichen Eindruck geben, wie ich das Studium mit all den derzeitigen Einschränkungen empfinde. Außerdem habe ich mit Studenten aus anderen Fachbereichen und Studiengängen gesprochen.

Wie es bei mir läuft

Online-Vorlesungen fanden vom ersten Tag an statt. Meine Dozenten sind sehr engagiert, die Vorlesungen so „normal wie möglich“ für uns zu gestalten. Ein großer Vorteil für mich ist die erhebliche Zeitersparnis durch die wegfallende Fahrzeit nach Hause, insbesondere nach den Abendvorlesungen während der Woche.

Allerdings muss ich gestehen, mich zu Hause etwas schneller ablenken zu lassen. Auch die Samstagsvorlesungen von 8.30 Uhr bis 17.00 Uhr sind online sehr anstrengend für mich und für die Dozenten sehr wahrscheinlich auch. Mir fehlt dann zum Beispiel der Umgebungswechsel in der Mittagspause. Es ist etwas anderes, in das Café in der Nähe zu gehen oder nur in die eigene Küche. Mir fehlen die Menschen und die Unterhaltungen.

Neuerungen gibt es bei den Prüfungsformen. Präsenzklausuren wurden zum Beispiel durch Open Book Klausuren ersetzt. Mündliche Prüfungsleistungen oder Vorträge können in Form von selbst gedrehten Videos präsentiert und eingereicht werden. Das, finde ich, ist eine tolle Idee.

Eindrücke anderer Studenten

Eine Studentin erzählte mir, dass ihr Studium zum Master of Business Administration an der FOM in München stark auf Gruppenarbeiten basiert. Sie empfände es als schwierig, Vorträge und Gruppenleistungen nur per Videochat vorzubereiten.

Eine andere Studentin berichtete von ihrem Online-Studium „Clinical Trial Management“ an der Beuth Hochschule für Technik in Berlin. Da sie sich ihr Wissen ohnehin sehr selbstständig aneignen müsse, gäbe es für sie keine große Umstellung. Nur die vorgesehenen Prüfungen im März konnte sie nicht, wie geplant, in präsenzform ablegen. Ihre Hochschule reagierte aber sofort und erstellte Online-Klausuren.

Universitäten in München

Die Universitäten in München haben den Semesterstart verschoben. Die TUM (Technische Universität München) schließt ihre Tore vorerst bis zum 17. April. Auch die LMU (Ludwig-Maximilians-Universität München) plant einen Semesterstart nicht vor dem 20. April und prüft derzeit, inwieweit dann Online-Vorlesungen oder alternative Prüfungsformen angeboten werden können.

Übrigens, auch die Bibliotheken in München sind bis zum 20. April geschlossen. Ich bin sehr gespannt, ob die Maßnahmen nach den Osterferien wieder etwas gelockert werden können.

Mein Eindruck

Private Hochschulen haben die Umstellung auf Online-Angebote sehr schnell und ohne größere Probleme gemeistert. Die Universitäten verschieben den Semesterbeginn und verlängern das Semester planmäßig um zwei Wochen. Da die Bibliotheken nicht zur Verfügung stehen, finde ich auch das eine gute Alternative.

Niemand bekommt die Skripte vor die Füße geworfen und wird mit dem Erarbeiten den Lernstoffes allein gelassen. Das ist doch mal eine gute Nachricht, findest du nicht?

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